Rund 100 Menschen informieren sich im Rathaus
Bürgerinnen und Bürger verfolgen die Vorträge beim Erlebnistag© Hans-Lothar KordländerAuf Einladung der Samtgemeinde versammelten sich am Samstag, 7. Dezember 2024, Bürgerinnen und Bürger sowie Expertinnen und Experten, um sich über die Entwicklung des Gesundheitscampus Fredenbeck zu informieren. Seit Jahresmitte arbeitet die Samtgemeinde Fredenbeck an der Frage, wie in Zukunft die gesundheitliche Versorgung optimal unterstützt und weiterentwickelt werden kann. Die Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit haben alle Beteiligten gemeinsam auf dem Erlebnistag präsentiert. Der Prozess kann nunmehr im kommenden Jahr weiterentwickelt werden.
„Nach sechs Monaten haben wir fünf Erkenntnisse für den Gesundheitscampus Fredenbeck gewonnen“, erläutert die externe Beraterin Christine Becker, Salutoconsult, “Erstens: Wir haben die
Christine Becker referiert über die Erkenntnisse des Förderprojektes und gibt einen Ausblick© Hans-Lothar Kordländer Bevölkerung sensibilisiert. Das zeigt sich unter anderem im ehrenamtlichen Redaktionsteam. Es hat viele Wort- und Bildbeiträge zu Gesundheitsthemen veröffentlicht. Zweitens: Das fachliche Netzwerk steht. Besonders erfreulich ist, dass sich Ärzte aus der Region mit zukunftsweisenden Themen einbringen. Aber auch Gesundheitsexperten aus anderen Fachgebieten sowie der gesamten Versorgungsregion bringen sich ein: Therapeuten aus anderen Kommunen, die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN), der Rettungsdienst, Wohlfahrtsverbände und Einrichtungen der Pflege . Diese Interdisziplinarität ist für das umfassende Verständnis von Gesundheitsversorgung äußerst wichtig. Und drittens: Wir haben Strukturen für die Verstetigung in der Samtgemeinde geschaffen. Die Geschäftsstelle ist seit Juli am Start, ein fachlicher Beirat soll im kommenden Jahr die Arbeit aufnehmen. Es gibt sogar die Initiative für ein eigenständiges Ärztenetz.“
Der Erlebnistag „Gesundheitscampus Fredenbeck“ ermöglichte vielseitige Einblicke in verschiedene Themen der Gesundheitsversorgung: Die Landfrauen, der Seniorenbeirat, das Mensateam der Geestlandschule und das Jugendcafé (JuCa) sowie die Feuerwehr, das DRK und die AWO sorgten mit ihren Angeboten wie Hausmittel und Naturheilkunde, gesunden Pausensnacks, einer Defi-Schulung und der Vorstellung von Notfalldosen für ein abwechslungsreiches Programm. Frank Havemann, erster stellvertretender Samtgemeindebürgermeister Fredenbeck, betonte auf dem Erlebnistag: „Wir danken unseren Bürgern und Experten sehr: Wir sind jetzt nach sechs Monaten auf einem sehr guten Weg. Ich bin froh, dass wir uns um das für die Samtgemeinde so wichtige Thema der gesundheitlichen Versorgung gemeinsam intensiv kümmern.“
Dr. Stephan Brune (KV Niedersachsen) und Dr. Johann Bröhan© Hans-Lothar KordländerIn der von Christine Becker geleiteten Gesprächsrunde am Vormittag mit Dr. Stephan Brune von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen wurden die Angebote und Möglichkeiten der Kassenärztlichen Vereinigung dargestellt: Dabei standen die Fragen der Bevölkerung Fredenbecks im Vordergrund. Im Austausch mit Dr. Brune und unter Einbeziehung von Professorin Dr. Barbara Zimmermann von der Hochschule 21 wurde deutlich, dass die Zusammenarbeit mit Einrichtungen des Landkreises und mit Gesundheitsdienstleistern aus der gesamten Region notwendig ist, unter anderem für die ärztliche Weiterbildung, also um Nachwuchs-Hausärzte für die Samtgemeinde Fredenbeck zu gewinnen.
In der zweiten Gesprächsrunde stellte Christine Becker dann ihre Empfehlungen für die Weiterentwicklung des Gesundheitscampus Fredenbeck vor. Dazu gehört schon kurzfristig die Suche nach passenden Räumen für Arztpraxen. Ein Arzt hat nämlich schon Interesse am Betrieb einer Filialpraxis in Fredenbeck bekundet. Gleichzeitig sollten die Vorbereitungen für ein modern ausgestattetes Gesundheitszentrum beginnen. Um einen Wechsel dorthin auch für anderer Gesundheitsanbieter attraktiv zu machen, ist mindestens eine Arztpraxis als sogenannter Ankermieter erforderlich. Die Bedarfe für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung sind weiter zu konkretisieren. Zur fachlichen Begleitung des Gesundheitscampus Fredenbeck haben sich Fachleute aus den Bereichen Ärzteschaft, Pflege, Apotheke und Gesundheitswissenschaft bereit erklärt, einen fachlichen, unentgeltlichen Beirat zu bilden. Parallel zu diesem fachlichen Beirat planen Ärzte der Region die Gründung einer eigenen Organisation, die mit den Akteuren des Gesundheitscampus Fredenbeck zusammenarbeiten möchte.
„Wir sind gerüstet und wissen jetzt, was zu tun ist“, bilanziert Nadine Sahr, die seit fünf Monaten die Geschäftsstelle des Gesundheitscampus Fredenbeck bildet, „ein nächster Schritt zu Jahresbeginn wird die Zusammenführung aller Erkenntnisse und die Entwicklung eines Leitbildes sein. Auch die Redaktionsarbeit wird fortgesetzt. Die Themen Prävention und Gesundheitskompetenz wollen wir ebenfalls noch stärker bearbeiten. Zu allen Themen werden wir uns intensiv mit dem fachlichen Beirat austauschen.“
Das Projekt „Gesundheitscampus Fredenbeck“ wurde bis Ende 2024 mit Mitteln des landesweiten Programms „Zukunftsräume Niedersachsen“ gefördert. Zukünftig plant die Samtgemeinde Fredenbeck, vorbehaltlich der Ratsentscheidung über den Haushalt 2025 am 19.12.2024, eigene Haushaltsmittel dafür einsetzen.
Videoeindrücke vom Erlebnistag finden Sie unter dem Menüpunkt Veranstaltungen.
Die Akteurinnen und Akteure sowie einige Besucherinnen und Besucher des Erlebnistages© Hans-Lothar Kordländer





