Telemedizin als Thema des Gesundheitscampus Fredenbeck
Was haben die Samtgemeinde Fredenbeck und eine Weltraumstation gemeinsam? Diese Frage leitete das Webinar zu den Möglichkeiten der Telemedizin ein, das am Mittwoch, dem 6. November 2024, vom Team des Gesundheitscampus Fredenbeck angeboten wurde. Die Antwort kam aus dem Kreis verschiedener Expertinnen und Experten und den Bürgerinnen und Bürgern der Samtgemeinde: Die Übertragung medizinischer Daten über sehr weite Distanzen. Damit passt das Thema sehr gut zu den Kriterien des Förderprogramms „Zukunftsräume Niedersachsen“.
Kimberly May, Mitarbeiterin des „Zentrum für Telemedizin ZTM, Bad Kissingen“, stellte das Grundprinzip von Telemedizin anhand von unterschiedlichen Anwendungsbereichen vor. Im Zentrum steht immer eine Person oder Einrichtung mit besonderen fachlichen Kompetenzen. So gibt es entweder die telemedizinische Datenübertragung zwischen diesem Spezialisten direkt zum Patienten oder aber zu Ärzten, zu deren Medizinischen Fachangestellten oder zu Pflegepersonal auf der anderen Seite. Telemedizin kann bei Hausbesuchen eingesetzt werden, wie es im Projekt „Pflege und Gesundheit im ländlichen Raum“ PUG in den Gemeinden Drochtersen und Nordkehdingen im Landkreis Stade vorgestellt wird – übrigens auch mit MIA, der Technologie des ZTM. Eine weitere Anwendung ist die durch Fachärzte in Kliniken und Praxen, die so über große Distanzen Patientendaten austauschen können. Außerdem können Patienten zu Hause selbst telemedizinische Überwachungssysteme einsetzen, um ihre Werte wie Blutdruck, Puls und Gewicht sowie Angaben zum Wohlbefinden regelmäßig direkt zu ihrem Arzt zu übertragen, ohne in die Praxis kommen zu müssen.
Das ZTM unterstützt in zahlreichen Regionen in Deutschland bereits den Einsatz des Telemedizin-Systems NIDA/NIDAKlinik, mit dem medizinische Daten von Patienten aus dem Rettungswagen heraus direkt in die Notaufnahmen von Krankenhäusern übermittelt werden und so eine bessere Planung und schnellere Therapieeinleitung erfolgen kann. Kimberly May präsentierte zunächst die Perspektive aus dem Rettungswagen und dann die in der Notaufnahme der Klinik. Bislang sind die Elbe-Klinken des Landkreises Stade an dieses System noch nicht angeschlossen, was von Sven Dammann, Gemeindebrandmeister der SG Fredenbeck, bestätigt wurde. Florian Rau, Allgemeinmediziner aus Harsefeld und als assoziierter Partner des Gesundheitscampus Fredenbeck unter den Teilnehmern des Webinars, hat daher angeboten dem Chefarzt der Notaufnahme der Elbe-Kliniken das NIDA-System vorzustellen.
Auch Systeme, die den Sturz einer Person zu Hause oder im Pflegeheimzimmer melden oder die den Herd automatisch abschalten, wenn keine Bewegung über den Herdplatten erkennbar ist, zählen zum Spektrum telemedizinischer Anwendungen. Das ZTM betreibt in Bad Kissingen eine Musterwohnung, in der Besucher eine große Bandbreite solcher Technologien und bauliche Maßnahmen für mehr Selbstständigkeit in der Wohnung ausprobieren können.
Im Webinar des Gesundheitscampus Fredenbeck zu Telemedizin wurden wesentliche Zielgruppen angesprochen, die auch in der sonstigen Arbeit am Gesundheitscampus relevant sind: Privatpersonen aus der Samtgemeinde Fredenbeck, medizinisches Personal, Personal in der Pflege und im Rettungswesen der Region.
Den Mitschnitt des Webinars können Sie über den YouTube-Kanal der Samtgemeinde Fredenbeck abrufen:
Auch auf der Homepage des ZTM kann man sich weiter über Telemedizin informieren (https://www.ztm.de/).
Für Fragen zum Inhalt des Webinars „Telemedizin“ sowie zum Konzept des Gesundheitscampus Fredenbeck können Sie auch Kontakt aufnehmen zu Christine Becker, Salutoconsult, c.becker@salutoconsult.de , Mobiltel. 0160 / 97595211

