Ein interprofessionell zusammengesetzter fachlicher Beirat als Novum bei kommunaler Gesundheitsförderung
Die Steuerungsgruppe und der neu gegründete fachliche Beirat
v.l.n.r. Christine Becker, Liane Knabbe, Dr. Sylvia Metz, Nadine Sahr, Maren Meyer, Matthias Hartlef, Elke Heinze, Rainer Clemens-Höft, Jennifer Wiese. Es fehlen: Anke Kahlich, Annette Lepenies, Florian Rau und Nina zum Felde© Stader Tageblatt - Bisping
Bislang bundesweit einmalig dürfte das sein, was im Rahmen des Gesundheitscampus Fredenbeck bei der Informationsveranstaltung am 14. Mai vorgestellt wurde: Ein ehrenamtlich tätiger fachlicher Beirat, zusammengesetzt aus sechs verschiedenen Gesundheitsprofessionen. Er wird zukünftig die Steuerungsgruppe des Gesundheitscampus Fredenbeck beraten. Als Samtgemeindebürgermeister leitet Matthias Hartlef die Steuerungsgruppe des Gesundheitscampus. Er beschreibt die Aufgaben des fachlichen Beirats so: „Die Entscheidungen treffen wir in der Steuerungsgruppe. Hier arbeiten Liane Knabbe und Nadine Sahr auch weiterhin eng als bewährtes Team unter meiner Leitung zusammen. Aber wir aus der Verwaltung benötigen natürlich die Kompetenzen und die praktischen Erfahrungen der Fachleute aus den Gesundheitsberufen. Wir erwarten daher vom fachlichen Beirat, dass er uns bei unseren Themen unterstützt. Er soll uns aber auch Themen vorschlagen, die aus seiner Sicht besonders wichtig sind. Außerdem benötigen wir Hinweise für die Weiterleitung von Gesundheitsinformationen, um unterschiedliche Zielgruppen, z.B. Patienten oder deren Angehörige, bestmöglich erreichen zu können.“ Auf der Agenda des Beirats stehen auch Maßnahmen zur Verbesserung der Zusammenarbeit der verschiedenen Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen und Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände. Auch beim Kontakt zu Ärzten oder Apothekern von außerhalb Fredenbecks, insbesondere zur Nachwuchsgewinnung, wird der fachliche Beirat seine Expertise und seine Netzwerke einbringen.
Bis Ende Juni werden die Steuerungsgruppe und der fachliche Beirat noch koordiniert und beraten durch die externe Beraterin Christine Becker (Salutoconsult). Bis dahin werden für den fachlichen Beirat eine Satzung und eine Geschäftsordnung erarbeitet, um Verbindlichkeit und Qualität zu gewährleisten.
Im fachlichen Beirat mitwirken werden Rainer Clemens-Höft und Anke Kahlich für Professionen der Pflege, Dr. Sylvia Metz, Florian Rau und Elke Heinze für die allgemeinärztliche Perspektive, Maren Meyer und Annette Lepenies mit ihren pharmazeutischen Kompetenzen, Nina zum Felde als Vertreterin der sog. Heilmittelerbringer (u.a. Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie) und Jennifer Wiese als Gesundheitswissenschaftlerin. Damit ist ein breites Spektrum der gesundheitsrelevanten Berufsgruppen in der medizinischen Basisversorgung abgedeckt. Vier der zukünftig Mitwirkenden konnten leider nicht an der konstituierenden Sitzung teilnehmen, daher wird der erst bei der nächsten Zusammenkunft eine Sprecherin oder ein Sprecher gewählt.
Ein weiteres Thema der Informationsveranstaltung, an der ca. 20 Personen aus verschiedenen Gesundheitsberufen und von Organisationen der Region teilgenommen haben, waren die im Juni beginnende Kooperation unter dem Titel „Kontextcheck“ mit der Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e.V. (LVG & AFS). Der „Kontextcheck“ bildet das ab, was im Gesundheitscampus unter dem Fokusthemenbegriff „Prävention und Gesundheitskompetenz“ zusammengefasst wird. Weitere Informationen zum Projekt Kontextcheck finden Sie hier.
Außerdem wurden die Vorbereitungen für ein Bauprojekt in der Samtgemeinde Fredenbeck vorgestellt, bei dem es sich um eine neue Gesundheitsimmobilie mit einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ), weiteren Gesundheitsdienstleistern und öffentlichen Angeboten handeln soll. Das geplante Immobilienprojekt steht für die von Anfang an maßgebliche Interprofessionalität in der Zusammenarbeit am Gesundheitscampus. Die Samtgemeinde Fredenbeck hat für die dafür notwendige Machbarkeitsstudie bereits einen Förderbescheid des Landes Niedersachsen aus dem Programm „Regionale Versorgungszentren“ erhalten. Die Machbarkeitsstudie wird in Kooperation mit der Gemeinde Oldendorf durchgeführt, weil auch dort die hausärztliche Versorgung zukunftssicher gestaltet werden soll.
Jede der jetzt anstehenden Maßnahmen sieht eine gewisse Beteiligung vor, sei es über Befragungen, Interviews oder die aktive Mitwirkung von Fachleuten unterschiedlicher Professionen. Mit Nadine Sahr als Geschäftsstelle des Gesundheitscampus gibt es dafür eine Verwaltungsmitarbeiterin, die sich um die Weiterleitung von Anliegen, Vorschlägen und Informationen zu den verschiedenen Maßnahmen kümmert. Sie öffnet auch für die verschiedenen Gruppen der Bevölkerung oder für Unternehmen der Region den Zugang zum Gesundheitscampus mit seinen verschiedenen Einzelmaßnahmen.
Die Präsentation der Informationsveranstaltung finden Sie hier.





